Nachdenklicher Mann

Wir alle sind in unserer eigenen Welt gefangen – auch du.

In deiner ganz eigenen Welt, die nur du kennst. Mit deinen eigenen Ansichten über die Wirklichkeit. Und auch wenn du glaubst du bist der Herrscher über diese Wirklichkeit, bist du doch nur ein Gefangener.

Ein Gefangener, der fliehen möchte. Der frei sein will in seinem Denken und Handeln. Und ich sage dir, dass kann möglich sein. Bevor du allerdings erfährst wie du dich befreien kannst müssen wir uns einmal ansehen was genau die Wirklichkeit überhaupt ist.

Wirklichkeit – eine Definitionssache

Schlägt man das Work „Wirklichkeit“ auf duden.de nach bekommt man als Definition „[alles] das, Bereich dessen, was als Gegebenheit, Erscheinung wahrnehmbar, erfahrbar ist“ präsentiert.

Das bedeutet, dass es sich dabei um das handelt, was für uns wahrnehmbar bzw. erfahrbar ist. Doch was genau heißt das?

Wir Menschen nehmen unsere Umwelt durch unsere 5 Sinne wahr. Wir sehen was wir sehen, hören was wir hören, fühlen was wir fühlen, riechen was wir riechen und schmecken was wir schmecken. Unser gesamter Körper ist mir Nervenzellen ausgestattet die alles aus unserer Umwelt wahrnehmen und in unser Gehirn zur Verarbeitung schicken.

Das ist damit auch ordentlich beschäftig, denn insgesamt müssen pro Sekunde mehrere Millionen Bits an Sinneseindrücken im Gehirn verarbeitet werden.

Um damit fertig zu werden haben wir ein gute Strategie entwickelt um diese Massen an Informationen möglichst schnell auf die wichtigen Dinge filtern zu können. Das meiste wird nämlich unbewusst verarbeitet und von unseren eingebauten Filtern vorab abgearbeitet. Von diesen vielen Millionen an Informationen werden nämlich nur ca. 40-50 in unserem Bewusstsein verarbeitet. Und das zeigt uns, dass wir unsere Wirklichkeit hauptsächlich vorgefiltert erleben.

Warum dich deine unbewussten Filter zurück halten

Die 99,9% an Informationen, die in unserem Unbewusstem verarbeitet werden, werden quasi komplett automatisch abgearbeitet. Wir haben in dem Moment nicht wirklich eine Möglichkeit dabei einzugreifen.

Doch was genau sind diese Filter?

In erster Linie handelt es sich dabei um Glaubenssätze. Das sind subjektive Annahmen über die Wirklichkeit oder anders ausgedrückt unsere Sicht der Welt.

Das macht durchaus auch Sinn. Wenn wir die Erfahrung gemacht haben, dass eine eingeschaltete Herdplatte heiß ist, wenn wir drauf greifen können wir diesen Glaubenssatz dazu verwenden, nicht auf eine eingeschaltete Herdplatte zu greifen, wenn wir eine sehen.

Dieser Mechanismus ist also durchaus sehr hilfreich. Er erlaubt uns außerdem, uns mit „wichtigeren“ Dinge zu beschäftigen und so neues dazu zu lernen.

Es gibt aber natürlich auch eine hinderliche Seite dieser Glaubenssätze.

Ein Beispiel: haben wir einmal, zum Beispiel in der Schule, die Erfahrung gemacht, es sei schlimm vor Menschen zu sprechen, kann uns das selbst später im Berufsleben davon abhalten wieder einmal vor Menschen zu sprechen. Obwohl die Ereignisse Jahre auseinander liegen und wir vielleicht sogar alle Skills dazu hätten vor Menschen zu sprechen hält uns ein Glaubenssatz davon ab.

Wie du deiner Wirklichkeit entfliehen kannst

Es kann daher recht nützlich sein, wenn du deiner Wirklichkeit entfliehst und über den Tellerrand hinaus blickst.

Raus aus der Komfortzone zu gehen kann sogar der erste Schritt sein um gewisse eingefahrene Verhaltensmuster zu challengen.

Um beim Beispiel von oben zu bleiben kann es Sinn machen, einmal vor einer kleinen Gruppe von Menschen zu einem Thema auf dem du absoluter Expert:in bist zu sprechen. Immer dann, wenn du die schlauste Person zu einem Thema bist, wirst du gut abschneiden. Und wer weiß, vielleicht gefällt dir das ja sogar.

Dann hast du einen Glaubenssatz zumindest ein bisschen abgeschwächt und kannst das in Zukunft immer weiter tun.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass du dir darüber bewusst wirst, was deine (limitierende) Glaubenssätze sind.

Das limitierend ist deshalb in Klammer, weil es ja auch durchaus sein kann, dass ein Glaubenssatz, der dich auf den ersten Blick nicht limitiert, dir bei näherer Betrachtung doch im Weg steht.

Sobald du deine Glaubenssätze kennst, kannst du damit beginnen dich zu fragen ob diese wirklich zu 100% wahr sind. Versuche wirklich herauszufinden, ob sie stimmen oder nicht. Umso ehrlicher du dabei zu dir selbst bist umso besser wird das Ergebnis für dich sein.

Es kann durchaus schwer sein diese Übung zu machen und 100% ehrlich zu sich selbst zu sein. Manchmal kommt es vor, dass Menschen Glaubenssätze jahrelang mit sich herum tragen. Wenn du dann drauf kommst, dass sie gar nicht stimmen, sie aber viele Entscheidungen beeinflusst haben (und das vielleicht sogar negativ) kann das eine harte Einsicht sein.

Sollte das bei dir der Fall sein, dann ärgere dich nicht darüber, dass du bisher noch nicht drauf gekommen bist sondern sei dankbar dafür. Immerhin hast du gerade herausgefunden, dass du in Zukunft bessere Entscheidungen treffen kannst.

Es liegt an dir!

Du nimmst die Welt aus deinen Augen wahr und filterst und bewertest alles sofort aufgrund deiner Glaubenssätze.

Sei dir dessen bewusst und trau dich, auch deine bisherigen Annahmen über die Wirklichkeit zu hinterfragen. Es könnte sich äußerst positiv für dich auswirken!