Kennst du das Gefühl etwas beinahe automatisch zu erledigen? Wie du die einzelnen Schritte der Aufgabe wie auf Autopilot durchführst ohne, dass du dich dabei mental anstrengen musst? Dann hast du sehr wahrscheinlich eine gute Routine bzw. Gewohnheit aufgebaut, die dir bei der Erledigung dieser Aufgabe hilft.

Wenn du eine Routine aufbauen willst, dann gilt es zwei Dinge zu beachten.

  1. Müssen die richtigen Kriterien erfüllt sein, damit du deine Tätigkeit in eine Routine verwandeln kannst.
  2. Du musst deine zukünftige Gewohnheit so oft wiederholen, bis sie zum Automatismus wird.

Was macht eine Gewohnheit aus?

Der Wissenschaftler B. J. Fogg hat herausgefunden, dass Gewohnheiten mit der Formel B = MAT abgebildet werden können.

Das B in der Formel steht für Behaviour, also das gewünschte Verhalten bzw. die Routine.

Die rechte Seite der Formel setzt sich aus den Parametern M (= Motivation), A (= Ability) und T (= Trigger) zusammen. Übersetzt sagt die Formel also aus, dass eine Routine immer das Produkt aus Motivation, Fähigkeiten und einem Trigger sind.

Willst du also eine bestimmte Gewohnheit festlegen, musst du sicherstellen, dass diese 3 Parameter gegeben sind.

Ich lade dich ein, dir jetzt eine Tätigkeit zu überlegen, die du gerne als Routine implementieren würdest. Dann können wir gemeinsam daran arbeiten, die Parameter zu optimieren damit du erfolgreich diese Tätigkeit zur Gewohnheit machen kannst.

Motivation

Es ist logisch, dass du nur dann eine Gewohnheit aufbauen kannst, wenn du selbst auch motiviert bist diese Aufgabe zu tun.

Willst du z.B. einen 5 km Lauf in deine Morgenroutine integrieren kann das nur funktionieren, wenn du diese 5 km auch wirklich laufen willst.

Denke nun an die Tätigkeit die du gerne als Routine implementieren willst. Wie hoch ist deine Motivation, diese auch selbst zu tun? Vergib für dich selbst eine Bewertung auf einer Skala von 0 – 10 wobei 0 bedeutet, dass du überhaupt nicht motiviert bist und 10 bedeutet, dass du extrem motiviert bist.

Nachdem du deine Motivation bewertet hast, überlege dir was du tun müsstest, damit du deine Motivation um 2 Punkte steigern kannst.

Wenn deine aktuelle Motivation also bei 5 liegt, dann überlege dir, was du tun kannst um auf eine 7 zu kommen. Das kannst du dann so lange machen, bis du bei einer 10 angelangt bist.

Ability / Fähigkeit

Wenn du etwas nicht kannst, kannst du auch keine Gewohnheit darauf aufbauen. Wenn du z.B. regelmäßig schwimmen gehen willst, aber gar nicht schwimmen kannst, wirst du keine Gewohnheit aufbauen können.

Umso besser du in dem wirst, was du tun willst, umso schneller wirst du hier auch eine Gewohnheit aufbauen können.

Bewerte dich auch hier wieder auf einer Skala von 0 – 10 wobei 0 bedeutet, dass du die Fähigkeit, die du brauchst, überhaupt nicht kannst und 10, dass du die Fähigkeit sehr gut beherrscht. Du solltest bei dieser Bewertung immer von dir selbst ausgehen und dich nicht mit anderen vergleichen.

Auch hier kannst du dich wieder fragen: „Was kann ich tun, um meine Fähigkeit zu verbessern“.

Trigger

Schlussendlich solltest du dir noch einen Trigger suchen. Es funktioniert besonders gut, wenn das ein externer Trigger ist.

Wenn du z.B. jeden Morgen eine Runde joggen gehen willst, dann könnten ein Trigger dein Wecker sein. Oder du bereitest dir schon am Vorabend dein Trainingsgewand oder deine Laufschuhe vor. Sobald du dein Trainingsgewand am nächsten Morgen siehst wirst du daran erinnert, joggen zu gehen.

Den Trigger kannst du binär bewerten, also entweder mit 0 oder 1. Bewerte ihn mit 0, wenn du keinen Trigger hast und mit 1 wenn du einen Trigger gefunden hast.

Was mache ich jetzt mit den Werten?

Du hast dir jetzt für jeden Bereich einen bestimmten Wert gegeben und kannst diese miteinander multiplizieren. So erhältst du einen Score zwischen 0 und 100 für deine Gewohnheit. Umso höher dein Score ist, umso besser hast du die drei Parameter optimiert.

Habit is stronger than reason.

George Santayana

Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

Genau das ist es, was eine Tätigkeit langfristig zur Gewohnheit macht. Wenn du die Werte für die B=MAT Formel optimiert hast musst du die Tätigkeit auch noch regelmäßig ausführen, damit sie zur Routine werden kann.

Es dauert ca. 66 Tage bis wir eine neue Gewohnheit formen. Bis dahin musst du durchhalten und deine Willenskraft dafür verwenden die Tätigkeit bewusst machen. Meistens ist es natürlich so, dass die Tätigkeit mit der Zeit immer leichter und immer automatischer wird.

Kategorien: Produktivität

Markus Vieghofer

Markus ist Produkt Manager, Familienmensch, Sportbegeisterter, Genießer und vor allem Experte für Produktivität. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den Themen effektives und effizientes Arbeiten und weiß wie man stressfrei richtig viel erledigt bekommt. Er setzt dabei auf lang erprobte Methoden und das richtigen Mindset. Außerdem interessiert er sich dafür warum Methoden funktionieren und welche Psychologie hinter den vorgestellten Methoden steckt.