Du kennst das. Du kommst nach einem langen Tag im Büro heim und wolltest eigentlich noch ins Fitnessstudio gehen um Sport zu machen. Stattdessen landest du auf der Couch und machst den Fernseher an. Außerdem hörst du förmlich, wie dich die Chips anflehen von dir verputzt zu werden. Die Willenskraft jetzt doch aufzustehen und die letzten To Dos für den Tag zu erledigen fehlt dir völlig.

Du sitzt da und denkst kurz darüber nach, ob es eine gute Idee ist, die Tüte Chips zu holen. Außerdem fallen dir deine sportlichen Jahresziele ein und dass du eigentlich gerade auf Diät bist. Bisher hast du dich immer so diszipliniert an deinen Ernährungsplan gehalten und hältst ohnehin schon viel länger durch, als der Durchschnitts-Neujahrsvorsatz-Macher.

Obwohl du weißt, dass die Couch, die Chips und die fehlende Sporteinheit keine gute Entscheidung ist, gibst du nach. Immerhin kannst du morgen dafür wieder Vollgas geben.

Deine Willenskraft ist endlich!

Aber warum kommt es dazu, dass wir nach einem anstrengenden Tag unsere lange gepflegten Ziele so schnell über den Haufen werfen?

Der Grund dafür ist, dass unsere Willenskraft endlich ist. Wie ein Muskel kann unsere Willenskraft auch erschöpft sein. Dann übernehmen unsere Gewohnheiten die Kontrolle und wir reden uns die Situation schön.

Doch was ist eigentlich Willenskraft? Wenn man sie definieren will, dann kann man sie als den Wirkungsgrad des Willens beschreiben. Anders ausgedrückt, wie effektiv können wir ein gewünschtes Ergebnis erzielen, wenn die Umwelt uns Hindernisse in den Weg stellt.

Wie auch der Name schon vermuten lässt ist das anstrengend für uns. Diese Anstrengung kann unsere Willenskraft vorübergehend abschwächen. Dadurch lässt unser Selbstkontrolle nach und wir futtern die Tüte Chips auf obwohl wir wissen, dass es keine gute Idee ist.

In the absence of willpower the most complete collection of virtues and talents is wholly worthless.

Aleister Crowley

Es gibt allerdings zwei gute Nachrichten hier.

Die Erste ist, dass man seine Willenskraft trainieren kann. Das ist anstrengend, genau wie körperlichen Krafttraining auch, hilft uns aber langfristig willensstärker zu werden.

Du kannst hier Übungen machen, wie z.B.

  • die Treppe zu nehmen und nicht den Aufzug
  • jemanden anzurufen obwohl du lieber ein Textnachricht schreiben würdest
  • joggen zu gehen obwohl du lieber auf der Couch faulenzen würdest.

Wie du sicher schon erkannt hast, geht es darum deine Komfortzone zu verlassen und etwas zu tun, worauf gerade wenig Lust hast.

Wenn du das täglich über einen längeren Zeitraum tust, wirst du sehen, dass du schon bald der Tüte Chips viel leichter widerstehen kannst.

Durch Systeme zu mehr Willenskraft

Die zweite gute Nachricht ist, dass du durch Systeme verhindern kannst, dass du zu viel deiner Willenskraft verbrauchst. Das hängt sehr stark damit zusammen, dass du deine mentale Energie nicht für banale Entscheidungen verwenden willst, die keinen Mehrwert für dich oder deine Umwelt haben.

Marc Zuckerberg ist hier ein gutes Beispiel. Sicher kennst du sein Standard-Outfit, das aus einem grauen T-Shirt, Jeans und Sneaker besteht. Lange Zeit trug er immer das selbe Outfit. Er hat für sich ein System gefunden, dass ihm erlaubt keine kognitive Energie für die Wahl seiner Kleidung zu verschwenden. Marc Zuckerberg hat sich ein Outfit zusammengestellt hat, das ihm gut gefällt. Das kaufte er sich dann einfach mehrfach und konnte es somit jeden Tag tragen ohne, dass es hygienisch bedenklich wird.

Diese Denkweise kannst du natürlich auf alle möglichen Bereiche deines Lebens umlegen. Du kannst dir ein System für die Abarbeitung deiner Inbox bauen. Oder du überlegst dir, wann und wie lange du auf Social Media unterwegs bist. Dann musst du dir eventuell noch externe Trigger bauen, damit du deine Systeme auch wirklich einhältst. Willst du also deine Nutzung auf Social Media limitieren kannst du das durch ein zeitliches Nutzungslimit der App erreichen.

Gewohnheiten schützen deinen Willenskraftspeicher

Gewohnheiten können dir ungemein viel helfen, um deine Ziele zu erreichen. Eigne dir deshalb Gewohnheiten an, die dich deinen Zielen näher bringen. Wenn du nämlich eine Gewohnheit ausführen bist du auf Autopilot. Du benötigst dann weit weniger viele Ressourcen um diese Tätigkeit auszuführen, als wenn du alles über deine Willenskraft steuern musst.

Es dauert natürlich eine Zeit bis eine gewünschte Tätigkeit zur Gewohnheit wird. Sobald du diese dann aber implementiert hast, sparst du enorm viel Energie. Dann steht der Erreichung deines Ziels auch nichts mehr im Weg! Denn bedenke immer:

What is now proved was once only imagined.

William Blake

Es beginnt also alles bei dir; in deinem Kopf und mit deiner Energie!

Kategorien: Produktivität

Markus Vieghofer

Markus ist Produkt Manager, Familienmensch, Sportbegeisterter, Genießer und vor allem Experte für Produktivität. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den Themen effektives und effizientes Arbeiten und weiß wie man stressfrei richtig viel erledigt bekommt. Er setzt dabei auf lang erprobte Methoden und das richtigen Mindset. Außerdem interessiert er sich dafür warum Methoden funktionieren und welche Psychologie hinter den vorgestellten Methoden steckt.