Wie oft hast du dir bereits ein SMARTes Ziel gesetzt und es nicht erreicht? Es könnte sein, dass dein SMARTes Ziel dein Unterbewusstsein nicht angesprochen hat und dieses daher nicht wirklich mitgeholfen hat dein Ziel zu erreichen. Es gibt eine Möglichkeit, Ziele so zu definieren, dass sie dein Bewusstsein, aber auch dein Unterbewusstsein ansprechen und diese heißt “wohlgeformte Ziele”.

Was sind wohlgeformte Ziele?

Das Konzept der wohlgeformten Ziele ist nicht so verbreitet wie z.B. die SMART-Formel. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Methode etwas umfangreicher ist.

Wenn wir Ziele erreichen wollen, müssen wir ja davon überzeugt sein, dass wir es erreichen können. Nur was wir denken können, können wir auch umsetzen. Wohlgeformte Ziele haben den Vorteil, dass es für dich viel einfacher sein wird, dieses Ziel als bereits erreicht anzusehen. Dein Unterbewusstsein (Stichwort: Spiegelneuronen) wird dir dann dabei helfen, dieses Ziel viel leichter zu erreichen.

Wirst du daher nichts mehr beitragen müssen, um das Ziel zu erreichen? Nein, ganz sicher nicht. Nichts kommt von selbst, auch wenn dir dein Unterbewusstsein noch so sehr dabei hilft. Die Arbeit musst du schlussendlich trotzdem machen. Du wirst sie aber viel leichter machen können.

Wie bereits erwähnt ist der Prozess ein wohlgeformtes Ziel zu definieren um einiges umfangreicher als der, ein SMARTes Ziel niederzuschreiben. Den großen Vorteil den ich aber dabei sehe ist der, dass du zum Einen die Gefühlsebene mit einbaust und so aktiv daran arbeitest dein Ziel erlebbar zu machen und zum Anderen gleich zu Beginn überprüfst, ob du dein Ziel überhaupt erreichen willst.

“Logisch will ich meine Ziele erreichen” denkst du dir, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass obwohl wir rein rational ein Ziel auf jeden Fall erreichen wollen manchmal emotionale Blockaden haben, die es dir fast unmöglich machen können, dein Ziel wirklich zu erreichen.

Bei kleinen Zielen, muss man allerdings überlegen, ob sich der gesamte Prozess auszahlt oder ob der Aufwand zu groß ist. Hier gilt wie immer, alles kann, nichts muss. Wenn dir wohlgeformte Ziele helfen, verwende sie wo immer du willst. Wenn sie dir zu viel Aufwand sind, verwende SMARTe Ziele.

Wie definierst du wohlgeformte Ziele?

Du kannst dir gerne jetzt eines deiner Ziele aussuchen und den gleich beschriebenen Prozess mitmachen. Hier findest du auch ein Worksheet, dass du für die Definition deines Ziels verwenden kannst.

Positiv formuliert

Dein Ziel soll positiv formuliert sein. Es soll “hin zu” und nicht “weg von” führen.

Willst du zum Beispiel aufhören zu Rauchen, sollte dein Ziel nicht “Ich will aufhören zu Rauchen” sein. Wenn du dir dieses Ziel vor sagst musst du immer das Wort “Rauchen” mit denken und wirst dir daher schwer tun genau davon weg zu kommen.

Selbst initiiert

Du sollst dein Ziel selbst erreichen können. Wenn du von Dritten abhängig bist und daran nichts ändern kannst, solltest du genau wissen, was du beeinflussen kannst. Genau hier musst du dann nämlich ansetzen.

Sinnesspezifische Beschreibung

Beschreibe die Situation in der du dein Ziel gerade erreichst so sinnesspezifisch und detailreich wie möglich. Es soll dir möglich sein, jederzeit im Geist zu genau dem Zeitpunkt zu springen in dem du dein Ziel bereits erreicht hast.

Konzentriere dich dabei auch die drei Hauptsinne: Sehen, Hören und Fühlen. Wenn du willst und wenn es dir hilft kannst du auch noch Riechen und Schmecken dazu nehmen. Wie gesagt, sei dabei so detailreich wie möglich.

Mehr als ein Weg zur Erreichung

“Viele Wege führen nach Rom”. Genau dieses Zitat stimmt auch für die Erreichung von Zielen. Brainstorme mehrere Wege die du nehmen kannst um dein Ziel zu erreichen. Einen dieser Wege wirst du dann zuerst beschreiten und so versuchen dein Ziel zu erreichen. Sollte sich herausstellen, das der gewählte Weg in eine Sackgasse führt, kannst du jederzeit sofort auf einen anderen Weg switchen. Du wirst dadurch flexibler und kannst zwischendurch deinen Kurs korrigieren.

Der 1. Schritt ist direkt umsetzbar

Definiere jetzt den ersten Schritt den du am Besten sofort, spätestens innerhalb der ersten 48 Stunden umsetzen kannst. Dieser Schritt kann auch ein ganz kleiner sein, wichtig ist, dass du ins Umsetzen kommst.

Wenn du diesen Schritt definierst, darfst du dich gerne der SMART Formel bedienen. Sie funktioniert perfekt für die Definition der einzelnen Schritte.

Erweitert die Wahlmöglichkeiten

Gehe in dich und überlege ob die Erreichung deines Ziels deine Wahlmöglichkeiten erweitert oder nicht. Hast du nach der Erreichung mehr Optionen als davor oder würde dich die Erreichung deines Ziels sogar einschränken? Sollte das der Fall sein, musst du dir genau überlegen, ob du dieses Ziel wirklich erreichen willst.

Das bringt mich auch schon zum letzten Schritt.

Positiver Ökologie-Check

Was passiert, wenn du dein Ziel erreicht hast? Wie wird dein Umfeld reagieren? Wie wirst du dich verändern auf dem Weg zu deinem Ziel? Wirst du vielleicht Menschen auf dem Weg dorthin verlieren? Welche neuen Menschen werden nach Erreichung deines Ziels in deinem Leben sein?

Stelle dir diese und ähnliche Frage um für dich abzuklären, ob du dieses Ziel wirklich erreichen willst. Wenn du bei der Beantwortung einzelner Fragen ein unangenehmes Gefühl bekommst, überlege dir, was du brauchen würdest um dieses Gefühl zu überwinden. Überlege dir auch, ob du dieses Gefühl überhaupt überwinden willst, oder ob dir dein Unterbewusstsein gerade eine Warnung ausspricht.

Next Steps

Nachdem du dein Ziel in ein wohlgeformtes Ziel umgewandelt hast, kannst du (am besten täglich) damit arbeiten. Visualisiere es, und versuche immer den nächsten Schritt zu gehen um dein Ziel zu erreichen. Dann wirst du es bestimmt schneller erreichen, als du denkst!


Markus Vieghofer

Markus ist Produkt Manager, Familienmensch, Sportbegeisterter, Genießer und vor allem Experte für Produktivität. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den Themen effektives und effizientes Arbeiten und weiß wie man stressfrei richtig viel erledigt bekommt. Er setzt dabei auf lang erprobte Methoden und das richtigen Mindset. Außerdem interessiert er sich dafür warum Methoden funktionieren und welche Psychologie hinter den vorgestellten Methoden steckt.